Versorgungssicherheit Energie

Versorgungssicherheit Energie

Die wichtigsten Informationen zu einer möglichen Mangellage im Winter.

Haben Sie Fragen zur Energieversorgung?
In unseren FAQ werden die wichtigsten Punkte zur Bieler Energieversorgung beantwortet.
Die Rubrik «Weitere Informationen» führt Sie zu den Seiten des Bundes mit  Vorschlägen zum Energiesparen sowie weiteren allgemeinen Informationen und Antworten zur aktuellen Situation.
Gemeinsam leisten wir unseren Beitrag, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

FAQ

Wie bereitet sich der ESB auf eine Mangellage vor?

Der ESB ist vorbereitet und hat dazu eine Taskforce eingesetzt. Zudem sind wir im Austausch mit nationalen Organisationen. 
Falls in der Schweiz eine Strommangellage eintritt, wird der Bundesrat eine Bewirtschaftungsverordnung (BVO) in Kraft setzten. Darin definierte Massnahmen werden über die wirtschaftliche Landesversorgung durch OSTRAL  (Organisation für Stromversorgung in ausserordentlichen Lagen) und KIO (Kriseninterventionsorganisation für die Gasversorgung in ausserordentlichen Lagen) umgesetzt.

Woher stammt der Strom des ESB?

Der von unseren Kundinnen und Kunden in der Grundversorgung bezogene Strom wird einerseits in unseren eigenen Kraftwerken produziert und andererseits am Markt eingekauft.
Mit einem Anteil von 50% an Energie aus eigenen Kraftwerken und Beteiligungen kann der Effekt der stark gestiegenen Marktpreise gedämpft werden. Die restliche Menge wird am Markt in mehreren Tranchen beschafft. Dies führt zu einem Durchschnittspreis über die Beschaffungszeit.

Im Einklang mit der Bieler Energiestrategie bieten wir ausschliesslich Strom aus erneuerbaren Quellen an, wobei wir den Fokus auf dessen geografische Herkunft richten. 

Wie entwickeln sich die Strompreise des ESB?

Die stark gestiegenen Strompreise in Europa führen zu einer Erhöhung der Energietarife in der Grundversorgung von 6.50 Rp./kWh. Die Tarife für die Netznutzung steigen für Niederspannungskunden leicht an. Die von der Swissgrid um 0.30 Rp./kWh erhöhten Preise für Systemdienstleistungen führen zu einer weiteren Erhöhung der Tarife. Gesamthaft werden die Kunden des ESB im Jahr 2023 rund 30 % mehr für Strom bezahlen müssen.

Ein durchschnittlicher Haushalt mit Elektroherd und Tumbler verbraucht rund 4'500 kWh Strom pro Jahr. Im laufenden Jahr fallen damit täglich rund 3 Franken Stromkosten an. Die täglichen Stromkosten erhöhen sich für 2023 also um rund 90 Rappen auf 3.90 Franken. Dieser Anstieg liegt deutlich unter dem Anstieg der Marktpreise für Strom, die sich seit 2021 um Faktor 20 erhöht haben, nämlich von rund 5 Rp/kWh auf über 1 CHF/kWh. Zu verdanken ist dies dem hohen Anteil an Eigenproduktion des ESB. Die Kosten in den eigenen Kraftwerken erhöhten sich kaum und dämpfen damit den Preisanstieg auf den internationalen Märkten zugunsten der Kundinnen und Kunden des ESB.

Wie unterstützt mich der ESB beim Strom sparen?

Der ESB bietet mit den Förderprogrammen éco-logement und KMU-Effizienz seit 2021 Hilfestellungen zum Energie sparen für Private wie auch KMU’s. 
Mehr Informationen: 
éco-logement
KMU-Effizienz

Wird die Wasserversorgung bei einer möglichen Strommangellage beeinträchtigt?

Nein, die Wasserversorgung der Bieler Bevölkerung ist gewährleistet.

Wie entwickeln sich die Gaspreise des ESB?

Der ESB beschafft sein Gas an den internationalen Handelsmärkten. Über eine Beschaffungsstrategie mit einem Mix von kurz-, mittel- und langfristigen Beschaffungen können kurzfristige Preisschwankungen ausgeglichen werden. Als Ende Februar die Preise aufgrund des Einmarsches der russischen Truppen in die Ukraine stark stiegen, hatte dies deshalb keinen unmittelbaren Einfluss auf die Preise des ESB. Dank seiner langfristig ausgelegten Beschaffungsstrategie konnte der ESB die Preise bis zum Ende der Heizperiode 21/22 stabil halten. Aufgrund der erneut stark gestiegenen Preise auf dem Markt ist eine weitere Preiserhöhung von 3.0Rp./kWh auf Oktober 2022 unumgänglich.

Die weitere Entwicklung der Energiepreise ist nicht voraussehbar. Der ESB verfolgt die Lage weiterhin aufmerksam und setzt alles daran, für seine Kunden einen idealen Mix in der Beschaffung zu erzielen. Es muss aber auch in den kommenden Monaten mit Anpassungen der Preise gerechnet werden. 

Welche Alternativen zur Gasheizung würde der ESB empfehlen?

Kurzfristig ist eine Umstellung des Heizsystems auf einen anderen Energieträger nur schwer möglich. Wenn Ihr Gebäude im Perimeter eines Fernwärmenetzes liegt, ist dies die aus unserer Sicht beste Lösung. Ebenfalls ergibt eine Solaranlage für die Warmwasseraufbereitung Sinn. In der kommenden Heizperiode können Sie auch einen Schwedenofen nutzen, um den Gasbedarf zu reduzieren. 

Energieportal – Stadt Biel
Hier finden Sie das erneuerbare Heizsystem, das von der Stadt für Ihr Gebäude empfohlen wird.

Wieso beeinflusst die Gasknappheit den Strompreis?

Schon Ende 2021 begannen die Preise an den Energiemärkten zu steigen. Der Grund: Die Weltwirtschaft begann im Laufe des Jahres 2021, sich von der Covid-Krise zu erholen. Das führte auch zu einem unerwartet starken Anstieg der weltweiten Erdgas- und Kohlenachfrage. Zugleich war das Angebot für diese Rohstoffe für Lieferungen nach Europa im Herbst 2021 extrem knapp, entsprechend stiegen die Preise. 

In einigen Ländern Europas, jedoch nicht in der Schweiz, wird zur Stromerzeugung Erdgas (und Kohle) verwendet. Wer nicht selber produziert oder langfristige Verträge abgeschlossen hat, muss am Strommarkt einkaufen. Am teuersten sind momentan die Gaskraftwerke, weil sehr wenig Gas aus Russland nach Europa fliesst und es so künstlich verknappt.  

Haben Sie Fragen?

Für Fragen zum Energiesparen stehen unter der Telefon-Nummer: 
0800 005 005 
die erweiterte Infoline von EnergieSchweiz (Umsetzung von Spartipps, technische Fragen) zur Verfügung. Unter der gleichen Nummer werden auch alle anderen Fragen zum Stromsparen von Bürgerinnen und Bürger, aber auch der Wirtschaft beantwortet.

Privatpersonen und Unternehmen können sich auch per Mail an die Hotline richten:
​​​​​​​hotline@bwl.admin.ch