ESB plant schrittweise Stilllegung des Gasnetzes

Langfristige Planung mit klarer Perspektive bis 2050


Die Stadt Biel hat sich im Rahmen ihrer Energie- und Klimapolitik das Ziel gesetzt, bis 2050 Netto-Null Treibhausgasemissionen zu erreichen. Der Umbau der Wärmeversorgung ist ein zentraler Pfeiler auf diesem Weg. Als Energieversorgungsunternehmen der Stadt richtet der ESB seine Infrastruktur- und Investitionsplanung nach diesen langfristigen Zielsetzungen aus. Die schrittweise Transformation des Gasnetzes sowie der Ausbau erneuerbarer Wärmenetze sind wesentliche Bestandteile dieser strategischen Ausrichtung. 


Die Stilllegung des Gasnetzes erfolgt über einen längeren Zeitraum. Die ersten Netzabschnitte werden ab dem Jahr 2037 ausser Betrieb genommen. Bis 2050 soll die Umstellung weitgehend abgeschlossen sein. Die Länge des Gasnetzes wird dadurch von 220 km auf 50 km reduziert. 


Konsequente Investitionen in erneuerbare Wärmenetze


Parallel zur schrittweisen Stilllegung des Gasnetzes investiert der ESB konsequent in den Ausbau der Fernwärme als alternative Wärmelösung. Die Wärmenetze werden in den vorgesehenen Versorgungsgebieten kontinuierlich erweitert und verdichtet. Die Wärme stammt dabei aus erneuerbaren und lokal verfügbaren Energiequellen wie See- und Grundwasser sowie Holzenergie. Für den Ausbau der Wärmenetze investiert der ESB rund 150 Millionen Franken. 


Diese Investitionen leisten einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele der Stadt Biel und stärken gleichzeitig die langfristige Versorgungssicherheit sowie die regionale Wertschöpfung. Zudem arbeitet der ESB partnerschaftlich mit Akteuren aus der Branche zusammen, um die Installation von weiteren erneuerbaren Heizsystem voranzutreiben.

Information an die betroffene Kundschaft

Die betroffenen Liegenschaftseigentümerinnen und -eigentümer werden diesen Herbst über die gestaffelte Stilllegung des Gasnetzes ab 2037 schriftlich orientiert. In einem zweiten Schritt werden sie mit genügend Vorlaufzeit über das effektive Datum der Stilllegung ihres Gasanschlusses individuell informiert. Dadurch können Investitionsentscheide vorausschauend getroffen und mit den regulären Erneuerungszyklen der Heizungsanlagen abgestimmt werden. Dieses Vorgehen gewährleistet Transparenz, Planungssicherheit und einen geordneten Übergang zu erneuerbaren Wärmelösungen.


Einzelne Gasnetzabschnitte können dort bestehen bleiben, wo besondere Rahmenbedingungen vorliegen. Dies kann beispielsweise in Teilen der Altstadt oder bei spezifischen industriellen Anwendungen der Fall sein. Diese verbleibenden Anschlüsse sollen langfristig mit Biogas versorgt werden. Die betroffenen Kundinnen und Kunden werden individuell vom ESB kontaktiert. 


Information und Beratung unterstützen den Umstieg

Für Eigentümerinnen und Eigentümern stehen bereits heute verschiedene Informations- und Beratungsangebote zur Verfügung, um ihren Heizungswechsel frühzeitig zu planen.


Das online Energieportal der Stadt Biel bietet für jede Liegenschaft in der Stadt Biel Informationen zu möglichen erneuerbaren Heizsystemen, Fördermöglichkeiten und Sanierungsvorhaben. Die öffentliche Energieberatung Seeland unterstützt mit Fachberatungen bei der Wahl geeigneter Lösungen. Für Fragen rund um die Fernwärmeversorgung steht der ESB als Ansprechpartner zur Verfügung. 


Die Stadt Biel und der ESB wollen die Transformation der Wärmeversorgung frühzeitig, transparent und planbar gestalten, um dadurch das Netto-Null-Ziel bei den Treibhausgasemissionen per 2050 zu erreichen.