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Fragen und Antworten zur Photovoltaik
Können Solaranlagen zertifiziert werden?
Solaranlagen kommen für die Zertifizierung infrage, wenn sie im Siedlungsgebiet oder ausserhalb davon auf bereits bestehenden Gebäuden erstellt werden. Solarkraftwerke auf unbebauten, freien Flächen in der Natur sind also nicht zertifizierbar.
Was ist Solarenergie?
Als Sonnenenergie oder Solarenergie bezeichnet man die Energie der Sonnenstrahlung, die in Form von elektrischem Strom, von Wärme oder von chemischer Energie technisch genutzt werden kann.
Sonnenstrahlung ist die elektromagnetische Strahlung, die auf der Sonnenoberfläche aufgrund ihrer Temperatur von ca. 5 500°C entsteht; diese hohe Temperatur entsteht durch Kernfusionsprozesse im Sonneninneren (dem Wasserstoffbrennen).
Sonnenenergie lässt sich sowohl direkt (z.B. mit Photovoltaikanlagen oder Sonnenkollektoren) als auch indirekt (z.B. mittels Wasserkraftwerken, Windanlagen und in Form von Biomasse) nutzen.
Welches Dach eignet sich für eine Solaranlage?
Ob sich eine Dachfläche für die Nutzung von Solarenergie eignet, muss objektbezogen beurteilt werden. Nutzen Sie unseren Solarrechner, um wichtige erste Informationen zur zukünftigen PV-Anlage zu erhalten.
Prüfen Sie den Zustand des Daches
Wir empfehlen, vor der Installation einer Solaranlage das Dach auf Reparaturbedarf zu überprüfen. Muss es repariert werden, können Sie in Betracht ziehen, die Photovoltaik-Module direkt in das Dach zu integrieren (anstelle von Ziegeln). Die Art des Dachbelages ist für die Installation von Solaranlagen irrelevant. Ist die Anlage einmal installiert, können Sie sie während 20 bis 30 Jahren nutzen. Das Dach muss jedoch öfter gewartet werden.
Prüfen Sie die Statik des Daches
Ihr Dach muss das Gewicht der Solaranlage tragen und darüber hinaus den Belastungen durch Schnee und Wind widerstehen können. Informieren Sie sich über die Schneefall- und Windverhältnisse Ihrer Region bei einem Spezialisten (Solarinstallateur, Dachdecker, Baudepartement, Meteo Schweiz, o. ä.)
In welcher Zeit habe ich die Solar-Anlage amortisiert?
Wenn Sie Strom produzieren:
Der selbst verbrauchte Strom Ihrer PV-Anlage erspart Ihnen den Zukauf von Strom aus dem öffentlichen Netz. Je höher die Strompreise in Zukunft steigen, desto besser ist die Rentabilität Ihrer PV-Anlage. Kann vom eigenproduzierten Strom ein Drittel (33 %) selber konsumiert werden, ergeben sich jährliche Einsparungen und Erträge aus der Rückspeisung (Verkauf an regionalen Energieversorger), mit denen die Anlage in 16 Jahren amortisiert werden kann. (Basis: ESB-Tarife / Kosten 2019).
Wenn Sie Warmwasser produzieren:
Eine optimal dimensionierte Solarthermie-Anlage mit Heizungsunterstützung spart etwa 60 % der jährlichen Kosten für die Warmwasseraufbereitung und 15 % der Heizkosten. In gut isolierten Neubauten können die Einsparungen bei den Heizkosten deutlich höher sein (bis zu 30 %). Bedenken Sie, dass die Höhe der Einsparungen stark von der Personenanzahl im Haushalt abhängt. Ziehen beispielsweise die Kinder während der langen Lebensdauer einer Solarthermie-Anlage aus, sinkt der Einsparbetrag erheblich.
Eine Flachkollektoranlage braucht mindestens acht Jahre, eine Vakuumröhrenkollektor-Anlage etwa 14 Jahre bis sie amortisiert ist. Ab diesem Zeitpunkt erwirtschaftet die solarthermische Anlage sozusagen umsonst Wärme.
Energetische Amortisation:
Aus ökologischer Sicht spielt die energetische Amortisation eine wichtige Rolle. Sie definiert den Zeitpunkt, ab dem die Solaranlage mehr Energie erwirtschaftet, als ihre einstige Produktion benötigt hat. Hierfür werden auch die Energie für den Transport, der Betriebsaufwand und die Entsorgung der Anlage berücksichtigt. Bei solarthermischen Anlagen zur Wassererwärmung dauert die energetische Amortisation rund 1,5 Jahre, bei kombinierten Anlagen zur Wassererwärmung und Heizungsunterstützung 2-4 Jahre.
Wie ökologisch ist Solarenergie tatsächlich?
Wenn Sie Strom produzieren:
Solarstrom ist nicht klimaneutral aber trotzdem umweltfreundlich. Nicht klimaneutral, weil während des gesamten «Lebensweges» der PV-Anlage (Herstellung der Solarzellen, der Module, der Montagesysteme, der Wechselrichter, etc.) Strom verbraucht wird. Je nach eingesetztem Strommix und dessen Anteil an Kohlestrom und Strom aus Gaskraftwerken ist dieser Verbrauch mit mehr oder weniger hohen Treibhausgasemissionen verbunden. Zudem werden bei der Produktion von Silizium und Glas fossile Brennstoffe eingesetzt, was direkte Kohlendioxidemissionen verursacht.
Und trotzdem ist Solarenergie umweltfreundlich, weil der Bau von PV-Anlagen und der Konsum von Solarstrom die Produktion von Elektrizität aus Kohle-,Gas- oder Kernkraftwerken im In- und Ausland reduzieren.
Ein Ausbau von PV-Anlagen kann seinen Teil dazu beitragen, die Umweltintensität der Stromproduktion zu reduzieren. Insbesondere lassen sich mit Solarstrom die Treibhausgasemissionen und radioaktive Abfälle reduzieren.
Wenn Sie Warmwasser produzieren:
Sonnenkollektorsysteme verursachen während des Betriebs keine direkten Emissionen und verringern im Vergleich zu konventionellen Heizsystemen deutlich die CO2- und Feinstaub-Emissionen. Bereits nach wenigen Betriebsjahren hat ein Kollektor einer Heizung dieselbe Menge an Energie zugeführt, die für die Produktion usw. des Kollektors aufgewendet wurde.
Wie kann ich die produzierte Energie verwenden?
Wenn Sie Strom produzieren:
Am effizientesten ist es, wenn Sie den produzierten Strom Ihrer PV-Anlage selbst verbrauchen. Anstatt ihn ins öffentliche Stromnetz einzuspeisen und später wieder Energie aus dem Netz zu beziehen, können Sie die selber produzierte Energie quasi gratis nutzen. Das ist sparsamer, und der Energieverlust durch den Transport wird minimiert
Bei überschüssig produzierter Energie ist der ESB verpflichtet, diese abzukaufen (Abnahmeverpflichtung gemäss Energiegesetz). Die Vergütungshöhe dieser Energie ist unterschiedlich. Details entnehmen Sie bitte dem Preisblatt auf unserer Strom-Seite.
Der Bauherr/Eigentümer entscheidet, welche Nutzung resp. Vergütungsart für seine Anlage in Frage kommt.
Bei zu wenig produzierter Energie springt der ESB automatisch als Stromlieferant ein. Die bezogene Energie wird Ihnen zu den aktuell gültigen Tarifen in Rechnung gestellt.
Kann ich die Kosten einer Solaranlage von den Steuern abziehen?
Investitionskosten und Unterhaltskosten
Bei den Investitionskosten für eine Solaranlage handelt es sich um wertvermehrende Aufwendungen. Die steuerrechtlichen Bestimmungen sehen jedoch vor, dass Investitionen, die zur Nutzung erneuerbarer Energien beitragen, als Unterhalt gelten und entsprechend von den Steuern abziehbar sind. Die Abzugsberechtigung bezieht sich allerdings nur auf die Anbringung von Installationen auf oder an bestehenden Bauten.
Wie sieht die Wartung einer Solaranlage aus?
Wenn Sie Strom produzieren:
Die Solarmodule werden zuerst einer Sichtkontrolle unterzogen. Dabei wird die PV-Anlage zum einen auf Verschmutzung und Verschattung kontrolliert, zum anderen auf Intaktheit. Ein Glasbruch beispielsweise kann die elektrische Funktion des Solarmoduls beeinträchtigen.
Falls möglich, sollte man die Unterkonstruktion des Solargenerators ebenfalls überprüfen, um Bruchschäden der Dacheindeckung zu erkennen. Diese treten bevorzugt an den Stellen auf, wo der Dachhaken aufliegt.
Mit Blechschrauben befestigte Deckprofile der Modulhalterung werden nach einem schneereichen Winter überprüft, damit alles fest sitzt.
Wichtig ist auch die Kontrolle der Betriebsstatusanzeige des Wechselrichters.
Beim Einsatz eines so genannten Solarverteilers, mit dem mehrere Solarstränge parallel gesammelt werden, sind die äusseren Gehäuseteile sowie die Kabelführungen zu überprüfen. Weiter sollte auch der feste Sitz aller elektronischen Verbindungen, insbesondere auf der Gleichspannungsseite, überprüft werden. Es könnten sich Klemmverbindungen oder -schrauben lösen und zu erhöhten Übergangswiderständen führen.
Ordnungsgemäss installierte Solaranlagen sind mit Überspannungsableitern ausgerüstet, die bei Blitzeinschlägen den Wechselrichter schützen. Auf der Wechselspannungsseite können speziell im Zählerschrank eingebaute Überspannungsableiter nach mehrfachem Ansprechen defekt sein. Dies kann visuell überprüft werden. Alle wartungsrelevanten Arbeiten können mittels eines Wartungsvertrages abgewickelt werden. Wartungsverträge werden von Solarinstallateuren oder auch vom EBS angeboten.
Wenn Sie Warmwasser produzieren:
Die Kollektoren werden zuerst einer Sichtkontrolle unterzogen. Diese kann der Bauherr/Eigentümer selber vornehmen und sich dabei am Abnahmeprotokoll sowie an den anlagerelevanten Daten orientieren. Wir empfehlen eine Überprüfung der Anlage im Zwei-Jahres-Takt.
Alle fünf Jahre sollte eine professionelle Wartung (durch einen Fachbetrieb) durchgeführt werden. Sie kann das ganze Jahr über erfolgen. Die Wartung kurz vor dem Winter durchzuführen macht dann Sinn, wenn Zweifel an der Frostsicherheit des Wärmeträgermediums bestehen und eine Kontrolle der Kollektoren auf dem Dach wegen Unfallgefahr im Winter nicht möglich ist. Die Ausnahme bilden Röhrenkollektoranlagen, bei denen defekte Röhren durch Abtauen von Schnee erkannt werden können.
Die Wartung (Sichtkontrolle, Funktionsprüfung und Messungen) umfasst sieben Baugruppen.
Nützliche Info-Links zum Thema