Content: FAQ Erdgas

Häufige Fragen zum Erdgas

Wann wurde die CO2-Abgabe eingeführt?
Eine CO2-Abgabe auf fossilen Brennstoffen (Heizöl, Erdgas) wurde per Januar 2008 eingeführt. Dies aufgrund der Verminderungsziele des Bundes bezüglich CO2-Ausstoss. Die Schweiz hat jedoch im Jahr 2012 ihr CO2-Verminderungsziel nicht erreicht. Deshalb wurde ab 2014 die CO2-Abgabe auf fossile Brennstoffe von CHF 36 auf CHF 60 pro Tonne CO2 erhöht. Dieser Mechanismus ist in der CO2-Verordnung vorgesehen.

  • CHF 60 pro Tonne CO2
  • 1.093 Rp. pro kWh beim Erdgas (seit 1. Januar 2014)

Was ist der Zweck der Ölpreisbindung beim Erdgas?
Die Ölpreisbindung wurde in den 1960er Jahren eingeführt. Damals war Erdgas noch ein neuer Brennstoff mit ungewissem Erfolg. Besonders Industriekunden zögerten mit einem Wechsel zu Erdgas, weil sie sich die Frage stellten: Was ist, wenn der Ölpreis plötzlich stark fällt und Erdgas im Vergleich sehr teuer wird? Zur Risikominimierung – insbesondere auch wegen den grossen Investitionen ins Leitungsnetz – wurde in die langfristigen Erdgas-Lieferverträge die Ölpreisbindungsklausel eingebaut: Der durchschnittliche Preis des Heizöls im vergangenen halben Jahr hat Einfluss auf den Erdgaspreis.

Sollte die Ölpreisbindung nicht endlich abgeschafft werden?
Im Moment gibt es keine sinnvolle Alternative. Mehrere Länder kennen die Ölpreisbindung nicht, etwa die USA. Die Preise von Erdgas und Erdöl verlaufen aber auch dort parallel. Dies liegt vereinfacht gesagt daran, dass weltweit gesehen Erdgas und Erdöl wie austauschbare Produkte behandelt werden. Für industrielle Prozesse und die Stromproduktion beispielsweise kaufen grosse Firmen jeweils die zur Zeit billigste Energie ein. Wegen der gesteigerten Nachfrage wird sie dann teurer. Durch diesen Prozess gleichen sich die Preise der verschiedenen Energieträger laufend an.

Was spricht heute noch für die Ölpreisbindung?
Eine Indexierung ist sowohl für die Produzenten wie auch für die Konsumenten sinnvoll. Die Ölpreisbindung verhindert, dass die Produzenten willkürliche Preise festlegen. Zudem sind sie gezwungen, bei sinkenden Ölpreisen auch das Erdgas billiger zu verkaufen.

Warum sind die Energiepreise in der Vergangenheit so stark gestiegen?
Erstens stieg der weltweite Verbrauch kontinuierlich an, insbesondere in den fernöstlichen Ländern. Zweitens stellt sich allmählich eine Verknappung der Erdölvorräte ein. Und drittens haben politische Instabilitäten und Naturkatastrophen, wie sie sich in den letzten Jahren häufen, in den Produktionsländern einen wesentlichen Einfluss. Diese Faktoren führen zu den deutlichen Preissteigerungen.

Treibt nicht die Monopolsituation beim Erdgas die Preise in die Höhe?
Erdgas steht bereits heute im Wettbewerb mit anderen Brennstoffen wie etwa Holz. Darum kann es nicht in unserem Interesse sein, die Preise unnötig anzuheben, weil dadurch die Konkurrenzfähigkeit von Erdgas schlechter würde.

Wo kauft der ESB das Erdgas ein?
​Mehrere städtische Versorgungsunternehmen haben vor einigen Jahren den Gasverbund Mittelland (GVM) gegründet. Dieser Verbund hat die Aufgabe, für alle Partnerunternehmen gemeinsam Erdgas einzukaufen. Durch die grössere Einkaufsmenge können wesentlich bessere Preise erzielt werden. Die Mitarbeitenden des GVM haben das entsprechende Fachwissen, die Kontakte und jahrelange Erfahrung.

Woher kommt unser Erdgas?
Das in der Schweiz verteilte Erdgas wurde in den letzten Jahren aus folgenden Ländern importiert:

  • ca. 41 % aus der EU
  • ca. 24 % aus Norwegen
  • ca. 23 % aus Russland
  • ca. 12 % Sonstige

Wie sauber ist Erdgas im Vergleich zu Erdöl?
Erdgas und Erdöl stehen sich weltweit als Konkurrenzenergien gegenüber. Erdgas hat in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Es verursacht weniger Schadstoffe als Erdöl, zum Beispiel 20-30 % weniger CO2-Ausstoss als Heizöl bei der Wärmeerzeugung.

Wie umweltfreundlich sind Erdgasfahrzeuge?
Im Vergleich zu Benzin und Diesel verursacht Erdgas nach einer Untersuchung des TÜV Hannover:

  • 25 % weniger Kohlendioxid
  • 60 % weniger Stickoxid
  • 85 % weniger Kohlenmonoxid
  • keinen Russausstoss
  • 90 % weniger unverbrannte Kohlenwasserstoffe
  • 90 % weniger Kohlenwasserstoffe
  • 80 % weniger ozonbildende Treibhausgase
  • geringere Geruchsbelästigung

Wie lange gibt es noch Erdgas?
​Gemessen am heutigen Verbrauch reichen die durch Bohrungen nachgewiesenen Erdgasvorräte noch etwa bis ins Jahr 2075. Zählt man die geschätzten, zusätzlich gewinnbaren Ressourcen dazu, reichen die Vorräte nach heutigen Erkenntnissen bis ins Jahr 2140.

Wie sicher ist Erdgas?
Der ESB überwacht das Leitungsnetz permanent auf eventuelle Undichtigkeiten. Obwohl ein Gasaustritt nie ganz ausgeschlossen werden kann, ist ein hoher Sicherheitsstandard gewährleistet.

Im Gegensatz zu anderen Gasen ist Erdgas leichter als Luft und kann sich verflüchtigen. Die Explosionsgrenze liegt bei einer Sättigung zwischen 5-15 %. Ausserhalb dieser Grenze ist entweder zu wenig Sauerstoff oder zu viel Gas für eine Explosion vorhanden.

Vor Inbetriebnahme einer Gasinstallation werden die Leitungen abgepresst und erst durch die Installationskontrolle vom ESB freigegeben, wenn die Sicherheitsbestimmungen eingehalten werden. Flüssiggase wie Propan und Butan, welche etwa im Campingbereich verwendet werden, sind im Gegensatz zu Erdgas schwerer als Luft und stellen ein höheres Sicherheitsrisiko dar, weil in der Regel auch keine Überprüfung der Installationen durch Fachleute erfolgt.

Wie oft muss ein Gasgerät kontrolliert werden?
Diese Frage kann nicht generell beantwortet werden. Heizungen werden von der Feuerungskontrolle alle zwei Jahre überprüft. Sollten zu diesem Zeitpunkt die Abgaswerte nicht mehr den Vorschriften entsprechen, muss ein Geräte-Service durchgeführt werden.

Alle baulichen Anpassungen an einer Gasinstallation müssen von ausgewiesenen Fachleuten durchgeführt werden und werden nach dem Abschluss der Arbeiten auf Ihre Sicherheit hin überprüft. Wenn mehrmals an einem Gerät die gleichen Störungen auftritt, so gehört die Fehlerbehebung in die Hände eines Fachmannes.

Häufige Fragen zum Biogas

Welche Vorteile bietet Biogas?

  1. Während Erdgas über einen Zeitraum von Millionen von Jahren entsteht, wird Biogas aus Grüngut, organischen Abfallstoffen und Klärschlamm hergestellt. Biogas ist somit erneuerbar, CO2-neutral und es verbessert die Ökobilanz massgeblich. Mit Biogas besteht die Möglichkeit, einen wertvollen Beitrag zur Reduktion der Schadstoffemissionen zu leisten.
  2. Das CO2-neutrale Biogas verfügt über die gleichen Vorteile wie Erdgas: hoher Anwendungskomfort, wartungsarme und rückstandsfreie Verbrennung und keine Beanspruchung von zusätzlichem Lagerraum.
  3. Im Gegensatz zur Nutzung anderer erneuerbarer Energien müssen keine zusätzlichen Investitionen in die Heizungsanlage getätigt werden. Biogas fliesst über das gleiche Transport- und Verteilnetz wie Erdgas.

Wie unterscheidet sich Biogas von Erdgas?
Erdgas und Biogas sind physikalisch die gleichen Produkte. Beide sind farb- und geruchlos. Der Unterschied: Erdgas ist ein fossiler Energieträger und ist über Jahrmillionen aus organischen Materialien entstanden. Biogas gilt als erneuerbarer Energieträger und wird heute aus organischen Materialien neu produziert. Deshalb bezeichnet man Biogas teilweise auch als «erneuerbares Erdgas». Biogas gilt als CO2-neutral, weil die Aufnahme von CO2 durch die Pflanzen und die Freigabe bei der Verbrennung zeitlich nahe beieinander liegen.

Wenn ich Biogas beziehe: Fliesst dann aus der Leitung etwas anderes als beim Kollegen, der mit Erdgas heizt?
Biogas wird aufbereitet und in das bestehende Erdgasnetz eingespeist. Das Prinzip ist vergleichbar mit jenem beim Ökostrom. Wer Biogas bezieht, kauft neben der eigentlichen Energie zusätzlich einen ökologischen Mehrwert, nämlich erneuerbare und CO2-neutrale Energie in Form von Biogas. Diese Menge Biogas wird an einem anderen Ort real produziert und garantiert ins Erdgas-Netz eingespeist. Die Schweizerische Oberzolldirektion (OZD) überwacht die Mengenbilanzierung mit Hilfe einer Clearingstelle.

Woher kommt das Biogas des ESB?
Der ESB bezieht das Biogas von Erdgas Zürich. Erdgas Zürich erzeugt ausschließlich Biogas, welches aus organischen Abfallstoffen und Klärschlamm gewonnen wird. Der ESB bezieht kein Biogas aus nachwachsenden Rohstoffen wie z.B. aus Mais. Wir wollen keinesfalls eine Konkurrenz zu Lebens- oder Futtermitteln aufbauen. Bei der Beschaffung achten wir insbesondere auf die Herkunft und Qualität des Biogases.

Welche Bedeutung hat Biogas für den Energie Service Biel/Bienne?
Der ESB engagiert sich für die Umwelt und investiert verstärkt in erneuerbare Energien. Mit der CO2-neutralen Energie Biogas, die aus Abfallstoffen (z.B. Grüngut und Klärschlamm) gewonnen wird, bieten wir unseren Kunden eine optimale Lösung mit grossem Zukunftspotenzial. Erdgas wird auch in Zukunft ein wichtiges Standbein des ESB bleiben. Zumal sich Erdgas hervorragend mit erneuerbaren Energien, wie z.B. Biogas, Holz oder Sonnenenergie kombinieren lässt. Erdgas weist unter den fossilen Energieträgern zudem die geringsten CO2-Emissionen aus.

Wer kann Biogas nutzen?
​Grundsätzlich können alle, die mit Erdgas heizen, kochen oder fahren, ihren Verbrauch oder einen Teil davon durch Biogas ersetzen. Die bestellte Biogas-Menge wird von Erdgas Zürich ins Erdgas-Netz eingespeist. An der physischen Gaslieferung ändert sich nichts.

Was kostet Biogas?
Aufpreis für den ökologischen Mehrwert von Biogas (ohne physische Gaslieferung):

5 % des Gesamtbezugs Mehrpreis von 0.5 Rp./kWh
20 % des Gesamtbezugs Mehrpreis von 1.8 Rp./kWh
50 % des Gesamtbezugs Mehrpreis von 4.0 Rp./kWh
100 % des Gesamtbezugs Mehrpreis von 8.0 Rp./kWh

 

Warum ist Biogas teurer als Erdgas?
Die Produktion und Aufbereitung von Biogas ist aufwändiger und teurer als die Übernahme von Erdgas-Mengen aus dem internationalen Erdgas-Transportnetz. Andererseits reduziert Biogas unsere Abhängigkeit von den Förderländern. Während Erdgas nur in bestimmten Gebieten der Erde vorkommt, kann Biogas auch in der Schweiz oder im benachbarten Ausland hergestellt werden. Organische Abfälle und Klärschlamm als Ausgangsstoff für Biogas sind ausreichend vorhanden.

Muss für den Biogas-Anteil keine CO2-Abgabe entrichtet werden?
Nein, denn Biogas ist CO2-neutral. Reines Biogas unterliegt deshalb nicht der CO2-Abgabe. Bei Produkten mit einem Biogas-Anteil wird die CO2-Abgabe nur auf den Erdgas-Anteil erhoben. Die Reduktion der CO2-Abgaben für den Biogas-Anteil wird auf der Rechnung separat ausgewiesen.

Wovon ist der Biogas-Preis abhängig?
Der Biogas-Preis ist von folgenden Faktoren abhängig:

  • Produktions- und Aufbereitungskosten
    Aus Grüngut, Klärschlamm und anderen organischen Abfallstoffen wird in einem ersten Schritt das Rohgas produziert, das in einem zweiten Schritt zu Biogas in Erdgas-Qualität aufbereitet wird.
  • Entwicklung des Biomasse- und Entsorgungsmarkts
    Die Betreiber von Biogas-Anlagen beziehen ihre Einnahmen einerseits aus dem Verkauf von Biogas und andererseits aus den Gebühren für die Grüngut- und Abfallverwertung. Der zunehmende Wettbewerb um den Rohstoff Biomasse hat zur Folge, dass die Einnahmen aus der Grüngut- und Abfallverwertung tendenziell sinken.
  • Physische Gaslieferung und Netznutzungskosten
    Biogas wird wie Erdgas unterirdisch transportiert und beansprucht das gleiche Transport- und Verteilnetz in der Schweiz. Dieser Kostenfaktor ist vergleichbar mit jenem von Erdgas.
  • Wie beim Erdgas richten sich die Kosten für die physische Lieferung von Biogas und für die Netznutzung nach der jeweiligen Anwendung und dem Bezugsverhalten. Die Netzbeanspruchung ist unterschiedlich, je nachdem, ob das Biogas fürs Heizen, Kochen oder für gewerbliche und industrielle Anwendungen benutzt wird.

Wie entwickelt sich der Biogas-Preis in Zukunft?
Der ESB strebt längerfristig eine Verringerung der Preisdifferenz zwischen Erd- und Biogas an. Wir gehen davon aus, dass der Preis für das importierte Erdgas stärker steigen wird als jener für das selbst produzierte Biogas aus Abfallstoffen. Somit dürfte sich die Preisdifferenz langfristig reduzieren.