FAQ: Erdgas/Biogas
Häufige Fragen zum Erdgas
Wann wurde die CO2-Abgabe eingeführt?
Eine CO2-Abgabe auf Brennstoffe wurde auf Januar 2008 eingeführt. Die CO2-Emissionen aus Brennstoffen sind im Jahr 2006 gegenüber 1990 um 4,6 % zurückgegangen. Damit wurde das von Parlament und Bundesrat definierte Emissionsreduktionsziel von mindestens 6 % verfehlt. Aus diesem Grund wird eine CO2-Abgabe auf fossile Brennstoffe (Heizöl, Erdgas) von 36 Franken pro Tonne CO2-Emission erhoben.
- Fr. 36.00 pro Tonne CO2
- Fr. 30.70 pro Tonne Erdgas
- ca. 0.648 Rp. pro kWh beim Erdgas (seit 1. Januar 2010)
Warum sind die Preise für Erdgas in den letzten zwei Jahren laufend gestiegen?
Der Erdgaspreis ist in den deutschsprachigen Ländern an jene des Erdöls gekoppelt. Wenn der Ölpreis steigt, wird rund ein halbes Jahr später auch Erdgas teurer. Allerdings sind die Preisausschläge beim Erdgas viel weniger gross als beim Heizöl.
Was ist der Zweck dieser Ölpreisbindung beim Erdgas?
Die Ölpreisbindung wurde in den 1960er Jahren eingeführt. Damals war Erdgas noch ein neuer Brennstoff mit ungewissem Erfolg. Besonders Industriekunden zögerten mit einem Wechsel auf Erdgas, weil sie sich die Frage stellten: Was ist, wenn der Ölpreis plötzlich stark fällt und Erdgas im Vergleich sehr teuer wird? Zur Risikominimierung – insbesondere auch wegen den grossen Investitionen ins Leitungsnetz – wurde in die langfristigen Erdgas-Lieferverträge die Ölpreisbindungsklausel eingebaut: Der durchschnittliche Preis des Heizöls im vergangenen halben Jahr hat Einfluss auf den Erdgaspreis.
Sollte die Ölpreisbindung nicht endlich abgeschafft werden?
Im Moment gibt es keine sinnvolle Alternative. Mehrere Länder kennen die Ölpreisbindung nicht, etwa die USA. Dort wird Erdgas an Energiebörsen gehandelt. Die Preise von Erdgas und Erdöl verlaufen aber auch dort parallel. Dies liegt vereinfacht gesagt daran, dass weltweit gesehen Erdgas und Erdöl wie austauschbare Produkte behandelt werden. Für industrielle Prozesse und die Stromproduktion beispielsweise kaufen grosse Firmen jeweils die zurzeit billigste Energie ein. Wegen der gesteigerten Nachfrage wird sie dann ebenfalls teurer. Durch diesen Prozess gleichen sich die Preise der verschiedenen Energieträger laufend an.
Was spricht heute noch für die Ölpreisbindung?
Eine Indexierung ist sowohl für die Produzenten wie auch für die Konsumenten sinnvoll. Die Ölpreisbindung verhindert, dass die Produzenten willkürliche Preise festlegen. Zudem sind sie gezwungen, bei sinkenden Ölpreisen auch das Erdgas billiger zu verkaufen.
Warum ist der Gaspreis trotz der Ölpreisbindung weniger stark gestiegen als der Ölpreis?
Das eigentliche Erdgas macht nur einen Teil des Preises aus, bei uns sind es etwa 50 %. Der restliche Teil sind die Kosten für das Erdgasnetz. Diese sind bei uns in den letzten Jahren immer konstant geblieben. Darum erhöht sich der Erdgaspreis insgesamt weniger als der Ölpreis.
Warum sind die Energiepreise in der Vergangenheit weltweit so stark gestiegen?
Erstens steigt der weltweite Verbrauch kontinuierlich an, in den letzten Jahren insbesondere in den fernöstlichen Ländern. Zweitens stellt sich allmählich eine Verknappung der Erdölvorräte ein. Und drittens haben politische Instabilitäten und Naturkatastrophen, wie sie sich in den letzten Jahren häufen, in den Produktionsländern einen wesentlichen Einfluss. Diese Faktoren führen zu den deutlichen Preissteigerungen.
Treibt nicht die Monopolsituation beim Erdgas die Preise in die Höhe? Wenn einmal der Markt geöffnet ist, werden sie sicher sinken.
Eine allfällige Marktöffnung hätte kaum eine preissenkende Wirkung, da in der Schweiz alle Versorgungsunternehmen das Erdgas von einigen wenigen Produzenten oder Handelsfirmen im Ausland beziehen. Zudem steht Erdgas bereits heute im Wettbewerb mit anderen Brennstoffen wie etwa Holz. Darum kann es nicht in unserem Interesse sein, die Preise unnötig anzuheben, weil dadurch die Konkurrenzfähigkeit von Erdgas schlechter würde.
Macht der ESB mit der Erhöhung der Gaspreise zusätzlichen Gewinn?
Nein, wir geben lediglich die Erhöhung des Einkaufspreises an die Kundinnen und Kunden weiter. Die Marge bleibt für uns daher trotz der höheren Preise unverändert.
Wo kauft der ESB das Erdgas ein?
Mehrere städtische Versorgungsunternehmen haben vor einigen Jahren den Gasverbund Mittelland (GVM) gegründet. Dieser Verbund hat die Aufgabe, für alle Partnerunternehmen gemeinsam Erdgas einzukaufen. Durch die grössere Einkaufsmenge können wesentlich bessere Preise erzielt werden. Die Mitarbeitenden des GVM haben das entsprechende Fachwissen und eine jahrelange Erfahrung. Es wäre daher nicht sinnvoll, wenn alle Versorgungsunternehmen selber Verträge aushandeln würden.
Woher kommt unser Erdgas hauptsächlich?
Das in der Schweiz verteilte Erdgas wurde in den letzten Jahren aus folgenden Ländern importiert:
- ca. 52 % aus Deutschland
- ca. 23 % aus den Niederlanden
- ca. 10 % aus Frankreich
- ca. 9 % aus Russland (indirekt gemäss Vertrag mit Deutschland)
- ca. 6 % aus Italien
Wie sauber ist Erdgas im Vergleich mit Erdöl?
Erdgas und Erdöl stehen sich weltweit als Konkurrenzenergien gegenüber. Erdgas hat in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Es verursacht weniger Schadstoffe als Erdöl.
Wie umweltfreundlich sind Erdgasfahrzeuge?
Schadstoffausstoss: Im Vergleich zu Benzin und Diesel hat Erdgas nach einer Untersuchung des TÜV Hannover:
- 25 % weniger Kohlendioxid
- 60 % weniger Stickoxid
- 85 % weniger Kohlenmonoxid
- keinen Russausstoss
- 90 % weniger unverbrannte Kohlenwasserstoffe
- 90 % weniger Kohlenwasserstoffe
- 80 % weniger ozonbildende Treibhausgase
- geringere Geruchsbelästigung
Wie lange gibt es noch Erdgas?
Gemessen am heutigen Verbrauch reichen die durch Bohrungen nachgewiesenen Erdgasvorräte noch etwa bis ins Jahr 2065. Zählt man die geschätzten, zusätzlich gewinnbaren Ressourcen dazu, reichen die Vorräte nach heutigen Erkenntnissen bis ins Jahr 2130. Die grössten Erdgasvorräte der Welt befinden sich auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion. Dort lagert knapp die Hälfte der weltweiten Ressourcen.
Wie sicher ist Erdgas?
Der ESB untersucht das Leitungsnetz auf eventuelle Undichtigkeiten. Obwohl ein Gasaustritt nie ganz ausgeschlossen werden kann, ist somit ein hoher Sicherheitsstandard gewährleistet.
Im Gegensatz zu anderen Gasen ist Erdgas leichter als Luft und kann sich verflüchtigen. Die Explosionsgrenze liegt bei einer Sättigung zwischen 5-15 %. Ausserhalb dieser Grenze ist entweder zu wenig Sauerstoff oder zu viel Gas für eine Explosion vorhanden.
Vor Inbetriebnahme einer Gasinstallation werden die Leitungen abgepresst und erst durch die Installationskontrolle vom ESB freigegeben, wenn die Sicherheits- bestimmungen eingehalten werden. Flüssiggase wie Propan und Butan, welche etwa im Campingbereich verwendet werden, sind im Gegensatz zu Erdgas schwerer als Luft und stellen ein höheres Sicherheitsrisiko dar, weil in der Regel auch keine Überprüfung der Installationen durch Fachleute erfolgt.
Wie oft muss ein Gasgerät kontrolliert werden?
Diese Frage kann nicht generell beantwortet werden. Heizungen werden von der Feuerungskontrolle alle zwei Jahre überprüft. Sollten zu diesem Zeitpunkt die Abgaswerte nicht mehr den Vorschriften entsprechen, muss ein Geräte-Service durchgeführt werden.
Für so genannte Badeöfen, in der Fachsprache Durchlauf-Wassererwärmer genannt, ist es ratsam, bei regelmässigem Betrieb mindestens alle zwei Jahre einen Fachmann beizuziehen. Wenn mehrmals die gleichen Störungen auftreten, sollte dies schon früher geschehen. Neuere Apparate besitzen einen Fühler beim Zugunterbrecher, der die Abschaltung der Gaszufuhr bewirkt, wenn die Abgase nicht mehr korrekt abziehen.
Häufige Fragen zum Biogas
Welche Vorteile bietet Biogas?
1. Während Erdgas über einen Zeitraum von Millionen von Jahren entsteht, wird Biogas aus Grüngut, organischen Abfallstoffen und Klärschlamm hergestellt. Biogas ist somit erneuerbar, CO2-neutral und es verbessert die Ökobilanz massgeblich. Mit Biogas besteht die Möglichkeit, einen wertvollen Beitrag zur Reduktion der Schadstoffemissionen zu leisten.
2. Das CO2-neutrale Biogas verfügt über die gleichen Vorteile wie Erdgas: hoher Anwendungskomfort, wartungsarme und rückstandsfreie Verbrennung und keine Beanspruchung von zusätzlichem Lagerraum.
3. Im Gegensatz zur Nutzung anderer erneuerbarer Energien müssen keine zusätzlichen Investitionen in die Heizungsanlage getätigt werden. Biogas fliesst über das gleiche Transport- und Verteilnetz wie Erdgas.
Wie unterscheidet sich Biogas von Erdgas?
Erdgas und Biogas sind physikalisch die gleichen Produkte. Beide sind farb- und geruchlos und haben den gleichen Brennwert. Der Unterschied: Erdgas ist ein fossiler Energieträger und ist über Jahrmillionen aus organischen Materialien entstanden. Biogas gilt als erneuerbarer Energieträger und wird heute aus organischen Materialien neu produziert. Deshalb bezeichnet man Biogas teilweise auch als «erneuerbares Erdgas». Biogas gilt als CO2-neutral, weil die Aufnahme von CO2 durch die Pflanzen und die Freigabe bei der Verbrennung zeitlich nahe beieinander liegen.
Fliesst denn aus der Leitung im Keller etwas anderes als bei einem Nachbarn, der ausschliesslich mit Erdgas heizt?
Biogas hat physisch dieselben Eigenschaften und Qualitäten wie Erdgas und kann demnach im Leitungsnetz nicht davon unterschieden werden. Dies hat den grossen Vorteil, dass Biogas und Erdgas ins gleiche Netz eingespeist werden können. Das Prinzip ist vergleichbar mit jenem beim Ökostrom. Wer Biogas bezieht, kauft neben der eigentlichen Energie zusätzlich einen ökologischen Mehrwert, nämlich erneuerbare und CO2-neutrale Energie in Form von Biogas. Diese Menge Biogas wird an einem anderen Ort real produziert und garantiert ins Erdgas-Netz eingespeist. Die Schweizerische Oberzolldirektion (OZD) überwacht die Mengenbilanzierung mit Hilfe einer Clearingstelle. Die Korrektheit ist für die OZD aus steuerlichen Gründen sehr wichtig.
Woher kommt das Biogas des ESB?
Der ESB bezieht das Biogas von der Erdgas Zürich. Die Erdgas Zürich erzeugen ausschließlich Biogas, welches aus organischen Abfallstoffen und Klärschlamm gewonnen wird. Der ESB bezieht kein Biogas aus nachwachsenden Rohstoffen wie z.B. aus Mais, weil wir dies als ethisch bedenklich ansehen. Wir wollen keinesfalls eine Konkurrenz zu Lebens- oder Futtermitteln aufbauen. Bei der Beschaffung achten wir sehr auf die Herkunft und Qualität des Gases.
Welche Bedeutung hat Biogas für den Energie Service Biel/Bienne?
Der ESB engagiert sich für die Umwelt und investiert verstärkt in erneuerbare Energien. Mit der CO2-neutralen Energie Biogas, die aus Abfallstoffen (z.B. Grüngut und Klärschlamm) gewonnen wird, bieten wir unseren Kunden eine optimale Lösung mit grossem Zukunftspotenzial. Erdgas wird auch in Zukunft ein wichtiges Standbein des ESB bleiben. Zumal sich Erdgas hervorragend mit erneuerbaren Energien, wie z.B. Biogas, Holz oder Sonnenenergie kombinieren lässt. Erdgas weist unter den fossilen Energieträgern zudem die geringsten CO2-Emissionen aus.
Warum heisst das Produkt eigentlich Biogas und nicht Bioerdgas/Biomethan?
Aus technischer Sicht heisst das Produkt Bioerdgas oder Biomethan: Biogas entsteht bei der Vergärung von Biomasse, wie z.B. Abfallstoffen oder Klärschlamm. Es wird anschliessend in einer Aufbereitungsanlage gereinigt, zu Erdgas-Qualität aufbereitet und ins Erdgas-Netz eingespeist. Das dadurch entstandene Produkt wird in technischen Fachkreisen Bioerdgas oder Biomethan genannt.
Aus Kundensicht heisst das Produkt Biogas: Eine Kundenumfrage hat uns gezeigt, dass der Begriff Bioerdgas bzw. Biomethan nicht ohne weiteres verstanden wird und zu Unsicherheiten und zu Verwechslungen führt. Der Kunde nimmt Biogas als Endprodukt wahr. Deshalb haben wir uns entschieden, das angebotene Produkt Biogas zu nennen.
Wer kann Biogas nutzen?
Grundsätzlich können alle, die mit Erdgas heizen, kochen oder fahren, ihren Verbrauch oder einen Teil davon durch Biogas ersetzen. Die bestellte Biogas-Menge wird von Erdgas Zürich ins Erdgas-Netz eingespeist. An der physischen Gaslieferung ändert sich nichts.
Was kostet Biogas?
Aufpreis für den ökologischen Mehrwert von Biogas
(ohne physische Gaslieferung):
5% des Gesamtbezuges | = Mehrpreis von 0.5 Rp./kWh |
20% des Gesamtbezuges | = Mehrpreis von 1.8 Rp./kWh |
100% des Gesamtbezuges | = Mehrpreis von 8.1 Rp./kWh |
Warum ist Biogas teurer als Erdgas?
Die Produktion und Aufbereitung von Biogas ist zum heutigen Zeitpunkt aufwändiger und teurer als die Übernahme von Erdgas-Mengen aus dem internationalen Erdgas-Transportnetz. Andererseits reduziert Biogas unsere Abhängigkeit von den Förderländern. Während Erdgas nur in bestimmten Gebieten der Erde vorkommt, kann Biogas auch in der Schweiz oder im benachbarten Ausland hergestellt werden. Organische Abfälle und Klärschlamm als Ausgangsstoff für Biogas sind ausreichend vorhanden.
Muss für den Biogas-Anteil keine CO2-Abgabe verrichtet werden?
Nein, denn Biogas ist CO2-neutral. Reines Biogas unterliegt deshalb nicht der CO2-Abgabe. Bei Produkten mit einem Biogas-Anteil wird die CO2-Abgabe nur auf den Erdgas-Anteil erhoben. Die Reduktion der CO2-Abgaben für den Biogas-Anteil wird auf der Rechnung separat ausgewiesen.
Wovon ist der Biogas-Preis abhängig?
Der Biogas-Preis ist von folgenden Faktoren abhängig:
- Produktions- und Aufbereitungskosten
Aus Grüngut, Klärschlamm und anderen organischen Abfallstoffen wird in einem ersten Schritt das Rohgas produziert, das in einem zweiten Schritt zu Biogas in Erdgas-Qualität aufbereitet wird. Diese Aufbereitung ist notwendig, damit das Biogas ins Erdgas-Netz eingespeist werden kann. - Entwicklung des Biomasse- und Entsorgungsmarkts
Die Betreiber von Biogas-Anlagen beziehen ihre Einnahmen einerseits aus dem Verkauf von Biogas und andererseits aus den Gebühren für die Grüngut- und Abfallverwertung. Grüngut und andere organische Abfallstoffe sind zu einem begehrten Rohstoff geworden. Der zunehmende Wettbewerb um den Rohstoff Biomasse hat zur Folge, dass die Einnahmen aus der Grüngut- und Abfallverwertung tendenziell sinken. In Zukunft sind die Betreiber von Biogas-Anlagen stärker auf die Einnahmen aus dem Verkauf von Biogas angewiesen. - Physische Gaslieferung und Netznutzungskosten
Biogas wird wie Erdgas unterirdisch transportiert und beansprucht das gleiche Transport- und Verteilnetz in der Schweiz. Dieser Kostenfaktor ist vergleichbar mit jenem von Erdgas.
Wie beim Erdgas richten sich die Kosten für die physische Lieferung von Biogas und für die Netznutzung nach der jeweiligen Anwendung und dem Bezugsverhalten. Die Netzbeanspruchung ist unterschiedlich, je nachdem, ob das Biogas fürs Heizen, Kochen oder für gewerbliche und industrielle Anwendungen benutzt wird.
Wie entwickelt sich der Biogas-Preis in Zukunft?
Der ESB strebt längerfristig eine Verringerung der Preisdifferenz zwischen Erdgas und Biogas an. Wir gehen davon aus, dass längerfristig der Preis für das importierte Erdgas stärker steigen wird als das selbst produzierte Biogas aus Abfallstoffen. Somit dürfte sich die Preisdifferenz langfristig reduzieren.
Der Biogas-Preis ist von folgenden Faktoren abhängig:


